Hertensteiner ProgrammHertensteiner ProgrammDas Hertensteiner Programm wurde vom 14. bis 21. September 1946 in Bern und in Hertenstein am Vierwaldstättersee auf einer Konferenz von Vertretern aus zwölf (Belgien, England, Frankreich, Griechenland, Holland, Italien, Liechtenstein, Österreich, Polen, Schweiz, Spanien, Ungarn), in anderen Quellen vierzehn, europäischen Ländern und den USA ausgearbeitet und verabschiedet. Die ca. 79 Delegierten waren zumeist von nationalen europäischen Einigungsbewegungen entsandt (siehe hierzu auch die Redeabschrift von Raymond M. Jung d’Arsac). Die Ziele aller Beteiligten waren hochgesteckt. Es war von einer "Europäischen Union" im Rahmen einer Weltunion die Rede. Der Schwerpunkt der Konferenz war vor allem auf den Schutz der Menschenrechte und gegen faschistische Ideologien gerichtet. Auch sollte nationaler Protektionismus verhindert und die bis dahin unsichere Lage Deutschlands als Staat verbessert werden. Die Konferenz erkannte die zentrale Bedeutung der Deutschlandfrage und stellte hierzu fest, "dass das deutsche Problem gelöst werden muss, ohne in die Kleinstaaterei zu verfallen und ohne ein Aufkommen eines "4. Reiches" zu gestatten. Sie glaubt, dass der Kampf gegen die Missstände und die Verzweiflung in Deutschland Europa eine Kollektivverantwortung auferlegt. Sie verlangt, dass gleichzeitig die Staatsstellen für Planwirtschaft und Wiederaufbau, wie sie in verschiedenen europäischen Ländern bestehen, sich mit deutschen Experten über die Ausarbeitung eines Planes des materiellen Wiederaufbaues in Deutschland im Rahmen einer europäischen Rekonstruktion verständigen. Sie fordert in küzester Frist die Aufhebung der Schranken, die den geistigen Kontakt zwischen den Völkern deutscher Zunge und den übrigen europäischen Staaten verhindern und die den Nationalismus fördern." Deutlich erkennbar wird in diesen zwölf (gem. Europa-Archiv von 1951, Seite 4246f, elf - Punkt 8 beinhaltet hier auch Punkt 9) Thesen gefordert, dass
Die zwölf Thesen wurden auf dem historischen Plateu des Rütlischwurs (1291) am 22. September 1946 als Deklaration der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und das Hertensteiner Programm wurde in Folge zum Grundsatzdokument für alle europäischen Gliederungen und Verbände der im Dezember 1946 in Paris gegründeten Union Europäischer Föderalisten (UEF), die eine föderative und demokratisch-rechtsstaatliche Vereinigung der europäischen Völker erstrebt. Der Vergleich dieser zwölf Thesen mit den 1951 bzw.1957 ausgearbeiteten Gemeinschaftsverträgen und dem Lissabonner Vertrag sowie den Erklärungen der Staats- und Regierungschefs ergibt, das alle 1946 im Aktionsprogramm geforderten Punkte in den Gemeinschaftsverträgen enthalten sind. Die 12 Thesen
07.03.2010, 14:04 von Heinrich Kümmerle |
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