Die Jungen Europäischen FöderalistenDie Jungen Europäischen FöderalistenGeschichte der JEF in HeilbronnGründung und Anfänge(von Dr. Manfred Weinmann) Die Gymnasiallehrer Jessel, Meinke und Ruhland empfahlen ihren Schülern im Dezember 1955, ihr Interesse an einer Vereinigung Europas dadurch zu bekunden, daß sie sich anfangs des Jahres 1956 im Robert Mayer Gymnasium einfinden mögen, um sich informieren zu lassen, wie sich die Europa-Union die Gründung einer Jugendorganisation vorstellt. Diese sollte den Namen Bund Europäischer Jugend (BEJ) führen und, wie die überparteiliche Europa-Union, sich auf allen Gebieten für die Demokratie und die Verständigung der Völker einzusetzen. Diese Zusammenkunft fand statt und nach zwei weiteren Treffen bildete sich ein europäischer Kern von etwa 50 Jugendlichen, die sich zu einer Gründungsversammlung des „Bund Europäischer Jugend“ mit dem 1. und 2. Landesvorsitzenden des „BEJ“, Karl Schmied, Stuttgart, und Otto Weinmann, Esslingen, im Juni 1956 verabredeten. In dieser Versammlung wurden Manfred Weinmann zum Vorsitzenden, Hans Kistenmacher, Otto Egerter sowie Karl-Heinz Keller zu Stellvertretern gewählt. Auf der kurz darauf stattfindenden Landesversammlung des BEJ, auf der Heilbronn durch Weinmann und Kistenmacher vertreten waren, wurde Kistenmacher zum stellv. Landesvorsitzenden gewählt und die Herausgabe einer landesweiten Publikation, „Das Forum“ beschlossen, in dessen Herausgeberkommitee auch die beiden Heilbronner vertreten waren. Außerdem wurde der Name der Organisation in „Junge Europäische Föderalisten“ umbenannt. In diesem Forum der „Jungen Europäischen Föderalisten“ wurden den Kreisverbänden der „JEF“ im Lande Hinweise gegeben, wie durch Aktionen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Europa gelenkt werden sollte. Außerdem wurden weltpolitische Ereignisse auf ihre Wirkung auf die europäischen Integrationsbemühungen kommentiert. Nicht zuletzt wurde auch darauf hingewiesen, daß die Mitgliederzahl der Orts- und Kreisverbände den Resolutionen von Landesvorstand und Landesversammlung ein entsprechendes Gewicht in der Öffentlichkeit verleiht. Der Kreisverband der JEF Heilbronn hat sich die Empfehlungen des Forum zu Herzen genommen und Reisen nach Italien, Frankreich und England organisiert und durchgeführt. Ihr politisches Profil hat sie sich dadurch erkämpft, daß sie den Abgeordneten der politischen Parteien auf ihren europapolitischen Zahn gefühlt haben. Das hat zwar im Unterland manchen politischen Ärger verursacht, doch so manche Wischi-Waschi-Front wurde geklärt. Zudem veranstaltete die JEF jedes Jahr einen Europa-Ball zuerst in der Alten Kelter später, ab 1960, in der Harmonie. Diese Veranstaltungen waren nicht nur immer ausverkauft, sie führten auch dazu, daß die JEF mit nahezu 200 Mitgliedern größte Jugendgruppe in Heilbronn wurde. Es war damals einfach „in“, bei der JEF zu sein. Ehrenamtliche Tätigkeit und Vorbereitung auf ein Berufsziel sind leider nicht immer in Übereinstimmung zu bringen. So mußte sich das ehrgeizige Heilbronner Führungsteam der JEF insofern trennen, als Kistenmacher und Weinmann ihr Studium fortsetzten, Egerter seine Karriere bei der AOK anstrebte und Keller im VW-Konzern die Stufenleiter hinaufblickte. In Willi Stegmüller fand die JEF aber einen Vorsitzenden, der als selbständiger Chef seiner Fahrschule das begonnene Werk fortsetzte. Unterstützt wurde er von Ulrich Stechele, der das Auslandsprogramm der JEF organisierte. Mit der Gründung der Städtepartnerschaft Heilbronn – Beziers war denn auch das Tor zu Frankreich aufgestoßen, das eine fruchtbare und segensreiche Gestaltungsinitiative für die Auslandsreisen der JEF eröffnete. Auch Stegmüllers Nachfolger, Jochen Uehlin, blieb dieser Linie treu. Daß Weinmann, der später Heilbronns Oberbürgermeister werden sollte, die Beziehungen zu den Heilbronner Partnerstädten besonders pflegte und die Aktivitäten von EU und JEF unterstützte, war selbstverständlich und braucht nicht extra hervorgehoben zu werden.
Die goldenen Jahre der JEF(von Heinrich Kümmerle) Von Beginn ihrer Gründung an fanden die Treffen der Jungen Europäischen Föderalisten in Heilbronn wöchentlich statt. Ab 1962 allerdings beschränkte der JEF-Vorstand den Terminkalender auf einen zwei- bis dreiwöchigen Turnus. Dennoch war und blieb der Veranstaltungsreigen der JEF in Heilbronn beeindruckend. Im Rechenschaftsbericht zum zehnjährigen Bestehen 1965 wird auf mehr als 278 Veranstaltungen und über 19 Studienreisen ins In-und Ausland zurückgeblickt. Auch war der erstmals 1957 vom Ex-Vorsitzenden der Heilbronner JEF, Manfred Weinmann, arrangierte Europa-Ball inzwischen ein jährlicher Höhepunkt Heilbronner Festlichkeiten geworden. Im August 1964 reisten die JEF erstmalig in die zukünftige Heilbronner Partnerschaftsstadt Beziers und nahmen von da an diese Fahrt in ihr jährliches Programm auf. Damit gehörten mehrwöchige Studienfahrten, mehrtägige Städtetouren und Tagesausflüge ins In- und Ausland zum Standartprogramm unserer Jugendorganisation. 1965 führte z.B. der JEF-Vorsitzende Ulrich Stechele zusammen mit Vorstandsmitglied Hans Ulrich Müller eine zweiwöchige Studienreise nach Dänemark und Schweden an. Auch bewies die Jugendorganisation der Europa-Union 1965 eindeutig ihr politisches Profil, indem sie in einer zweitägigen Arbeitstagung mit den JEF-Referenten Dieter Kern zum Thema „warum europäische Integration?“ und Manfred Weinmann zum Thema „die politische Union Europas“ Mitglieder und Interessenten tief beeindruckte. Das zweite Jahrzehnt ihres Bestehens begannen die JEF zum Ende des Jahres 1965 mit einem Wechsel im Vorstand. Ulrich Stechele gab nach drei Jahren seinen Vorsitz ab. Neuer Vorsitzender wurde Hans Christoph Stechele, zweiter Vorsitzender wurde Hans Ulrich Müller. Die Geschäftsführung übernahm Rolf Elsässer und Lothar Koch den Posten des Rechnungsführers. Referenten im Vorstand wurden Klaus Pfingstler, Rainer Riglewski und Ulrich Stechele. Bei der 11. ordentlichen Mitgliederversammlung 1966 blickte Hans Christof Stechele auf 13 politische Veranstaltungen, drei Filmvorführungen, einer erfolgreichen Teilnahme an der Europa-Woche und an der wiederholten Teilnahme am Europa-Ball, sowie weiteren Reisen nach Port Talbot, Berlin und Beziers und Tagesfahrten nach Straßburg und ins Elsaß zurück. Siegmund Riglewski wurde zum Geschäftsführer und Jochen Friedrich zum Rechnungsführer gewählt. 1969 während einer siebentägigen Studienfahrt nach Berlin unter Leitung des Geschäftsführers der JEF Heilbronn, Jochen Uehlin, und den Mitgliedern Paul Zeller und Renate Wiedinger-Mezger wurden im Zuge eines Zusammentreffens mit dem Landesverband der Berliner JEF die Mitgliederzahlen verglichen. Landesverband Berlin: 300 Mitglieder und Kreisverband Heilbronn 320 Mitglieder. Bei der 14. Jahreshauptversammlung am Ende des Jahres wurde Volkmar Büschel mit großer Mehrheit im Amt als Kreisvorsitzender bestätigt, Jochen Uehlin übernahm das Amt des zweiten Vorsitzenden. Jochen Friedrich wurde zum Geschäftsführer und Uwe Fröhlich zum Rechnungsführer gewählt. Die 15. Kreisversammlung im Dezember 1970 bestätigte Volkmar Büschel im Amt, zweiter Vorsitzender blieb Jochen Uehlin und Rechnungsführer Uwe Fröhlich. Für den ausscheidenden Geschäftsführer wurde Frieder Hamel berufen. Während dieser Versammlung erneuerten die JEF ihre Forderung für ein Heilbronner Jugendhaus. Die damals noch ca. 300 Mitglieder setzten sich aus 57 % männlichen und 43 % weiblichen Mitgliedern zusammen, wobei Schüler und Studenten ca. 38 % und Lehrlinge und Praktikanten ca. 18 % stellten. 1971 war durch mehrere Diskussionsveranstaltungen mit ausländischen Gastarbeitern geprägt. Die ca. 350 Mitglieder führten mehrere Studienreisen und Tagesfahrten durch; dabei fuhren 35 JEF des Kreisverbandes Heilbronn erstmals durch die Tschechoslowakei. Bei der 16. Kreisversammlung der JEF im Deutschhof-Jugendkeller im Dezember 1971 übergab in Anwesenheit von Stadtrat Ulrich Stechele (29) der Vorsitzende Volkmar Büschel (29) nach mehrjähriger Tätigkeit sein Amt an seinen Vertreter Jochen Uehlin (21) ab. Das Amt des zweiten Vorsitzenden übernahm Klaus Hofmeister (21), das des Geschäftsführers Jürgen Brunner (21). Uwe Fröhlich (27) blieb weiterhin Rechnungsführer. Die 17. Kreisversammlung 1972 war geprägt von der Umwandlung der JEF in einen eingetragenen Verein und einer angedachten Loslösung sowohl vom Bundes- als auch vom Landesverband. Jochen Uehlin (SPD) blieb weiterhin Vorsitzender, Klaus Hofmeister wurde sein Stellvertreter und Jürgen Brunner (CDU) Geschäftsführer. Uwe Fröhlich (parteilos) wurde erneut als Rechnungsführer bestätigt.
Reaktivierung der JEF ab 1990(von Bettina Kümmerle) Auf Initiative des Kreisverband Heilbronn der Europa-Union Deutschland, fanden sich im Spätsommer 1990 einige junge Erwachsene mit dem Ziel den Kreisverband der JEF in Heilbronn zu reaktivieren zusammen.
Die Jungen Europäer 2007 und 2008(von Marian Münch) Am 16. November 2007 beschlossen acht junge Europäer die JEF in Heilbronn wiederzubeleben mit dem Wunsch an die einst so erfolgreiche Arbeit des Kreisverbands anknüpfen zu können. Unterstützung wurde von Dr. Manfred Weinmann, Oberbürgermeister a.D. und ehemaligem Gründungskreis-vorsitzenden der JEF, sowie Heinrich Kümmerle, Vorsitzender der EUD Heilbronn und Bettina Kümmerle, ehemalige Vorsitzende der JEF Heilbronn zugesagt. Zum Vorsitzenden wurde Marian Münch (16, Kirchardt) und zur Stellvertreterin Tiziana Ehrenberger (16, Eppingen) gewählt. Natalie Krayl (30, Heilbronn) übernahm den Posten der Schatzmeisterin. Bereits am Abend der Gründung konnte ein neues Mitglied geworben werden. Alles in allem ein wunderbarer Start. Die JEF machten in Heilbronn wieder auf sich aufmerksam und stellten ihre Projekte bei den Jugendparteien, dem Jugendgemeinderat, dem Ring Politischer Jugend, dem Kreisschülerrat und dem Stadt- und Kreisjugendring vor. Im Frühjahr luden die JEF zu einem Vortrag zum Thema „Von Afrika nach Europa – Die Flüchtlingsproblematik“ am Hartmanni Gymnasium in Eppingen ein. Als Referent konnte Herr Schwandtner von amnesty international gewonnen werden. Über 150 Schüler nahmen teil. Im April 2008 organisierten die JEF ein Seminar um das Basiswissen zur Europäischen Union zu stärken. Herr Beitz und Frau Meischel von der Landeszentrale für politische Bildung gaben in den Räumlichkeiten des Stadt- und Kreisjugendrings Einblicke in Geschichte, Aufbau, Vielfalt und Perspektiven. Mit Infoständen an der Hochschule Heilbronn und beim Jubiläumsfest des Jugendgemeinderats Heilbronn machten die JEF weiter auf sich aufmerksam. Im August wurde eine „europäische“ Radtour durch das Elsass unternommen. Neben dem Auffrischen des Französisch wurde die Fitness trainiert, elsässische Spezialitäten verzehrt und es gab ein Treffen mit den einheimischen JEF aus Straßburg. Im September musste Marian Münch den Kreisvorsitz wegen der weiteren Schulausbildung abgeben. Jens Boysen (21, Leingarten) wurde als Nachfolger gewählt.
20.12.2009, 12:31 von Heinrich Kümmerle |
452 Aufrufe
Bewertung:
|